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Aus der Reihe "Vorgestellt" - Josef Gfrerer jun.
Am 25.07.2017 von Wirtschaftsbund Salzburg
Josef Gfrerer jun.
Heute stellen wir Euch Josef Gfrerer jun. vor. Er ist bei Gfrerer Küchen & Qualitätsmöbel Prokurist und für Marketing und Verkauf zuständig.

Seit wann bist Du selbstständig und wie kam es dazu? War es vorgegeben?
Grundsätzlich bin ich seit 10 Jahren im Unternehmen meines Vaters tätig. Mit meinem Einstieg haben wir die Küchensparte in unser Unternehmen mitaufgenommen und mittlerweile machen wir mit unseren Küchen & Anbauteilen ca. 80 Prozent des Gesamtumsatzes. Seit meinem Einstieg konnten wir den Umsatz verfünffachen.

Was gefällt Dir an der Selbstständigkeit und was würdest Du gerne ändern?
Am meisten gefällt mir die Entscheidungsfreiheit, man kann sich den Tag und seine Termine selber einteilen. Man muss keinem Vorgesetzten Rückmeldung geben und ist keine Rechenschaft schuldig. Wenn ich bei einem großen Unternehmen tätig wäre, wie so einige ehemalige Studienkollegen von mir, dann wäre ich immer nur in einem Bereich (z.B. im Controlling) tätig. In einem Kleinunternehmen hat man einen hohen Verantwortungsbereich und grundsätzlich ist das spannende, dass man vom Marketing weg, bis zum Verkauf, Buchhaltung, Controlling und Umsetzung die gesamte Wertschöpfungskette verantworten muss. Dadurch bekommt man einen Einblick in alle Bereiche und genau der Unterschied macht das Unternehmertum so spannend.

Bist Du der Meinung, dass unsere Politik im Augenblick die richtigen Rahmenbedingungen für die Wirtschaft schafft? Wo siehst Du Handlungsbedarf?
Grundsätzlich kann man sich glücklich schätzen, dass wir in einem Top-10 Land der Welt - wie Österreich es ist – wohnen und arbeiten darf. Wenn man schon einige Länder der Welt besucht hat, erkennt man erst den enorm hohen Lebensstandard den wir in Österreich genießen dürfen und hauptsächlich unseren hart arbeitenden Großeltern zu verdanken haben.
Wenn man aber die aktuellen OECD Länder Vergleiche ansieht, sieht man, dass man mit den aktuellen Rahmenbedingungen absolut nicht zufrieden sein darf. Wir haben eine extrem hohe Steuerabgabenquote.

Wenn ich mir denke, wenn ein Mitarbeiter bei mir 1.500 € netto im Monat verdient, kostet er mich im Jahr 37.127 €, bei einem Netto Jahresgeld von 21.204 €. Das bedeutet, dass ich Lohnnebenkosten von 15.923 € im Jahr habe. Wenn jetzt noch ein Kunde eine handwerkliche Tischlerarbeit haben will, muss er auch noch 20% MwSt. bezahlen. Das heißt im Grunde, wenn ein Konsument eine Tischlerarbeit haben will, muss er ca. 70% Steuer auf die Arbeit zahlen und das ist im europäischen Binnenmarkt einfach nicht konkurrenzfähig.
Neben der hohen Steuerlast bedrückt mich auch die Überregulierung, die wir in Österreich haben, sehr.

Grundsätzlich brauchen wir einen „wirtschaftlichen Sozialstaat mit einer europäischen wettbewerbsfähigen sozialen Marktwirtschaft“ um auf dem europäischen Binnenmarkt langfristig bestehen zu können.  Aktuell bin ich aber sehr positiv eingestimmt, denn der ÖVP Spitzenkandidat Sebastian Kurz hat als Ziel, die Abgabenquote auf 40% abzusenken und das ist für alle Berufstätigen, die nicht am öffentlichen Trog hängen, eine sehr positive Entwicklung.

Wo trifft man Dich, wenn Du nicht gerade arbeitest, welchen Hobbies gehst Du nach?
Grundsätzlich ist Fußball meine große Leidenschaft. Ich habe selber ca. 20 Jahre aktiv gespielt. Mit meinem Projekt „Alpenliga“ konnte ich mehrere Vereine überzeugen, leider ist es letztlich an den Funktionären der Schweizerischen Liga gescheitert, aber immerhin war mein Projekt der Startschuss für die neue Ligareform im österreichischen Fußball. Mit meiner Freundin bin ich auch sehr viel in den Bergen unterwegs, hier kann man richtig abschalten.
Am Wochenende gehe ich auch sehr gerne Frühstücken, ein Vormittag im Schloss Cafe Goldegg mit herrlichem Ausblick auf das Kulturerbe Goldegg, was gibt es Schöneres?

Würdest Du Dich wieder für die Selbstständigkeit entscheiden, wenn ja, warum?
Selbständigkeit bedeutet ein enormes Maß an Entscheidungsfreiheit, verbunden mit einem großen Risiko, denn am Anfang ist es sehr schwierig ein Unternehmen wirtschaftlich erfolgreich zu führen. In den ersten 3 Jahren haben die Kunden sehr wenig Vertrauen in dein Können, erst nach den ersten erfolgreich abgeschlossenen Aufträgen steigt der Bekanntheitsgrad und somit auch dass dir entgegengebrachte Vertrauen. Alles im allem kann man sagen, wenn man die ersten 3 Jahre erfolgreich übersteht, ist man im Business angekommen und danach kann man die Freiheiten des Unternehmertums auch entfalten.
Am wichtigsten ist, dass man seinen Beruf gerne ausübt, dann kommt der Erfolg von ganz allein.

Hier geht's zur Website http://www.gfrerer-kuechen.at/de/home.html

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