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"Leistungsträger müssen entlastet werden"

Die Nettozahler-Haushalte in Österreich arbeiten fast ein halbes Jahr lang nur für die Finanzierung des Wohlfahrtsstaates und der übrigen Ausgaben des Staates, so das zentrale Ergebnis eines originären Forschungsprojektes von EcoAustria, mit dem erstmals die ganze Dimension der staatlichen Umverteilung ersichtlich wird.

 

Österreich hat mit ca. 43% eine der höchsten Abgabenquoten in der EU, nur Frankreich und Belgien belasten ihre BürgerInnen und Betriebe noch mehr. „Wir haben es also nicht mit einem Einnahmen-, sondern vielmehr mit einem Ausgabenproblem zu tun. Ich werde nicht müde, immer wieder darauf hinzuweisen“, sagt WB-Landesobmann Präsident KommR Peter Buchmüller. Dabei leisten wir uns in Österreich bereits ein gut ausgebautes und eng geknüpftes Sozialsystem, das uns etwa 2022 beachtliche 136,1 Mrd. € gekostet hat.

 

Die Simulation der Umverteilung bzw. der staatlichen Leistungen durch Verknüpfung des öffentlichen Systems mit den privaten Haushalten ergibt, dass die gesamte Gruppe aller Nettozahler/innen-Haushalte bis zum 28. Juni eines jedes Jahres ausschließlich für den Staat arbeiten muss.

  • Um die jährlichen öffentlichen Ausgaben im Ausmaß von 236,9 Mrd. € (2022) zu finanzieren, müssen 49% des Bruttoeinkommens für die staatliche Umverteilung abgeliefert werden.
  • Von den insgesamt 4,1 Mill. Haushalten sind 1,7 Mill. Haushalte Nettozahler/innen (42,3%).
  • Im Umkehrschluss sind knapp 60% der Haushalte Nettoempfänger/innen von Sozialtransfers, Sachleistungen oder sonstigen Einkommen etwa aus der Sozialversicherung.

„Die vorliegende Studie zeigt, dass der österreichische Wohlfahrtsstaat mittlerweile von einer Minderheit getragen wird: 2,4 Mill. Haushalte sind die Gewinner der staatlichen Umverteilung, 1,7 Mill. Haushalte sind Nettozahler in diesem System der staatlichen Umverteilung“, erklärt Studienautorin Prof. Dr. Monika Köppl-Turyna vom Wirtschaftsforschungsinstitut EcoAustria.   

   

Vergleicht man die Gruppen der unselbstständig Beschäftigten mit jenen der Selbstständigen und der Anteilseigner/innen von Kapitalgesellschaften so fällt auf, dass in den zwei zuletzt genannten Gruppen überproportional viele Nettozahler/innen und Leistungsträger/innen vertreten sind.

  • Während vereinfacht ausgedrückt die einkommensstärksten 30% der Haus-halte von unselbständig Beschäftigten mehr zum System beitragen als sie aus dem System zurückbekommen, ist es in der Gruppe der Selbständigen bereits jeder zweite Haushalt oder 50%.
  • Bei der Gruppe der Anteilseigner/innen an Kapitalgesellschaften finden sich praktisch keine Nettoempfänger/innen-Haushalte.

„Damit wird belegt, dass die Unternehmerinnen und Unternehmer im Verhältnis zur Gesamtpopulation einen deutlich höheren Anteil zur Aufrechterhaltung der staatlichen Aufgaben leisten“, betont Köppl-Turyna.

 

„Der Tag der staatlichen Umverteilung soll Anlass sein, an alle Bevölkerungsgruppen zu appellieren, im Rahmen ihrer Möglichkeiten einen gerechten Beitrag zur Aufrechterhaltung der staatlichen Strukturen zu leisten“, so Präsident Peter Buchmüller. Er denkt vor allem an jene - die ohne triftigen Grund wie Betreuungspflichten oder krankheitsbedingt – weniger arbeiten, als sie könnten, aber gleichzeitig die volle Palette an staatlicher Unterstützung in Anspruch nehmen. Laut dem aktuellen Einkommensbericht des Rechnungshofes sind das beachtliche 365.000 Männer und Frauen in Österreich.

„An diesem Tag sollten aber auch die politischen Verantwortlichen darüber nachdenken, ob unser Wohlfahrtsstaat wirklich immer sozial treffsicher ist und wie die immer kleiner werdende Gruppe der Leistungsträger steuerlich entlastet werden kann. Und es ist ein Tag, der aufzeigt, dass der Ruf nach neuen Steuern, wie einer Vermögens- oder Erbschaftssteuer, völlig verfehlt ist“, bekräftigt WB-Landesobmann Präsident Peter Buchmüller.

 

Im Bild oben, v.li.: Präsident KommR Peter Buchmüller, Prof. Dr. Monika Köppl-Turyna (EcoAustria) und Dr. Christoph Fuchs, Leiter der Stabstelle Wirtschafts- und Standortpolitik der WKS.



Credit: WKS

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